Jahresbericht 2020/21

 

 

Mitglieder

Der NQV Unteres Kleinbasel wurde am 16. Dezember 2020 als Stimme der Bevölkerung des unteren Kleinbasels gegründet. Seither ist der Verein beständig gewachsen. Er umfasst heute 62 Mitglieder. Diese Zahl ist sehr erfreulich, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen Monaten Vereinsanlässe pandemiebedingt nur sehr reduziert haben stattfinden können und auch alle anderen Aktivitäten Ein-schränkungen unterlagen.

 

Vorstand

Der Vorstand wurde seit der Gründung von Bettina Dickmann (Kassier), Carmen Kolp, Samuel Müller (Präsident) und Silvan Surber (Webmaster/Schreiber) gebildet. Er traf sich in der Regel monatlich, um Quartieranliegen zu verfolgen und um die Vereinsstrukturen aufzubauen.

 

Organisatorisches

In den fünf Monaten seit der Gründung des Vereins musste über die grundlegenden Statuten hinaus grosse Aufbauarbeit hinsichtlich der Organisation geleistet werden.

Der Vereinsvorstand hat sich im Zuge dieser Anstrengungen dafür entschieden, die zentrale Vereinsverwaltung online über die Clubdesk-Software zu organisieren. Diese Software ermöglicht zentral a) die Ablage der Vereinsdokumente, b) die Erstellung und Wartung der Vereinswebsite, c) die Verwaltung der Mitgliederdaten, d) die zentrale Kommunikation über E-Mail und e) die Vereinsbuchhaltung. E-Mail bildet den Hauptinformationskanal des Vereins. Mit der E-Mail-Organisation gab es im Zuge der Umstellung auf Clubdesk einige Schwierigkeiten, die nun überwunden scheinen.

Als Anlaufstelle im Internet wurde eine Website geschaffen, die in übersichtlicher und knapper Form über die Vereinsaktivitäten informiert und Kontaktangaben, Statuten und ein Anmeldeformular bereitstellt.

Zur Organisation der finanziellen Mittel des Vereins (s.u.) wurde bei der Postfinance ein Vereinskonto eingerichtet.

 

Finanzen

Die laufenden Kosten des Vereins werden durch die Mitgliederbeiträge gedeckt (vgl. die beiligende Vereinsrechnung). Für die Aufrundung der Mitgliederbeiträge dankt der Vorstand herzlich.

 

Themen

Die Quartierarbeit im unteren Kleinbasel kennt Themenbereiche, die weiten Kreisen der Bevölkerung unter den Nägeln brennen und die Mitglieder und Vorstand deshalb schon kurz nach der Vereinsgründung beschäftigt haben:

 

Verdichtung

Im Perimeter des Vereins, der gleichzeitig wenig Freiflächen und eine hohe Bevölkerungsdichte umfasst, birgt die Forderung nach einer zusätzlich verdichteten Wohnumgebung einige Brisanz. Der Druck auf den öffentlichen Raum ist hoch und auch private Freiflächen (wie Gärten und Bauwiche) sind zur Erhaltung von Wohnhygiene und -qualität notwendig. Umso wichtiger ist die Beobachtung von Neubau- und Entwicklungsprojekten durch den Verein. Die kritische Begleitung der laufenden und kommenden Umgestaltung der Industriebrachen im unteren Kleinbasel und kleinerer (aber kaum kleiner) Projekte von privater Seite bildete deshalb einen Schwerpunkt der Vereinstätigkeit. Neben dem Projekt eines Hochhauses an der Horburgstrasse sind vornehmlich die Entwicklungen des Klybeck- und des Thomy-Areals und das neue Bauprojekt beim Restaurant Erlengarten an der Horburgstrasse zu nennen, die Mitglieder und Vorstand des Vereins beschäftigt haben. Immerhin scheint sich mit der Revision des Bau- und Planungsgesetzes (BPG) der Druck auf die Innenhöfe von Blockrandbebauungen zu verringern.

 

Verkehrsplanung

Wiederholt standen auch Fragen der Verkehrsplanung zur Bearbeitung an. Die etwas unklare Strategie der Tram- und Busnetzentwicklung und übergeordnete Fragen (wie die Schaffung des „Herzstücks“) liessen wiederholt Befürchtungen aufkommen, zumindest Teile des unteren Kleinbasels drohten vom öffentlichen Verkehr mittelfristig vernachlässigt zu werden. Es ist dabei schwierig, den Überblick über beschlossene Änderungen, projektierte Ausbauschritte und Visionen zu behalten und im Sinne aller Anwohnerinnen und Anwohner zu argumentieren. Es wird wichtig sein, kleine (wie die Neugestaltung der Tramhaltestellen) und grössere Entwicklungen (wie die Liniennetzentwicklung) und auch den Ausbau der Infrastruktur (wie die Schaffung einer provisorischen Busgarage auf dem Klybeckareal) im Blick zu behalten und die Sinnhaftigkeit von Änderungen unter den Vereinsmitgliedern zu diskutieren.

 

Poststellennetz

Im Zuge der Überprüfung ihres Filialnetzes hat sich die Schweizerische Post mit der Bitte um Stellungnahme zur Umwandlung der Poststelle Badischer Bahnhof in eine zentraler gelegene Postagentur auch an den NQV Unteres Kleinbasel gewandt. Trotz der im Zuge der Vernehmlassung innerhalb des Vereins sichtbar gewordenen Offenheit gegenüber diesen Plänen verzichtet die Post auf eine Veränderung.

 

Nutzung des öffentlichen Raums

Vielfältige Interessen und dichte Besiedlung stellen hohe Anforderungen an die Nutzung des öffentlichen Raums als Ort des Quartierlebens. Aufgrund von Wünschen aus dem Kreis der Mitglieder hat der NQV Unteres Kleinbasel erreicht, dass auf dem Horburgplatz wieder Tisch/Bank-Garnituren verfügbar sind. Auch in die noch etwas unbefriedigende Neugestaltung des Schneeabladeplatzes am Unteren Rheinweg bringt er sich konstruktiv ein. Von grösserer Bedeutung werden das Mitwirkungsverfahren rund um den Erlenmattplatz und das schon länger laufende (evtl. aber schubladisierte) Projekt einer Neugestaltung des Claraplatzes sein.

 

Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf über die Partizipation der Quartier-bevölkerung (Partizipationsgesetz)

Der NQV Unteres Kleinbasel verfolgt die Entwicklung des Partizipationsgesetzes und beteiligt sich an der laufenden Vernehmlassung.

 

Schulen

Für alters- und sozial durchmischte Quartiere ist das Vorhandensein guter und leistungsfähiger Schulen zentral. Noch immer ist die Befürchtung, Kinder könnten im aktuellen Umfeld nicht adäquat gefördert werden, für Familien ein Hauptargument, das untere Kleinbasel zu verlassen. Der Verdacht, dass Schülerinnen und Schüler im unteren Kleinbasel schulisch deutlich schlechtere Chancen haben als ihre Alters-genossen aus anderen Teilen des Kantons, scheint sich bei einem vorläufigen Blick auf einzelne Schulhäuser zu bestätigen. Die Bearbeitung der zugrunde liegenden komplexen bildungspolitischen Fragen dürfte den Verein auch in Zukunft beschäftigen.

 

Veranstaltungen

Pandemiebedingt konnten seit der Vereinsgründung keine gemeinsamen Vereinsveranstaltungen durchgeführt werden. Einzig am 18. März 2021 wurde ein Onlinetreffen für die Mitglieder abgehalten, um Quartieranliegen diskutieren zu können. Dieses war den Umständen entsprechend gut besucht, liess aber den direkten Austausch doch schmerzlich vermissen. Die Form des für den Abend der Generalversammlung vom 11. Juni 2021 vorgesehenen Quartalstreffens bleibt deshalb bis zur Bekanntgabe allfälliger neuer Öffnungsschritte Ende Mai offen.

Der Vereinsvorstand hofft, mit dem für den 28. August 2021 vorgesehenen dezentralen Sommerfest endlich persönliche Treffen mit und zwischen den Vereinsmitgliedern durchführen und das gemeinsame Vereinsleben starten zu können. Er dankt Christian Müller, der die Organisation und Koordination der Festivitäten übernommen hat, für sein Engagement.

 

Kooperationen / Ansprechpartner für Vernehmlassungen

Der Vorstand hat in den vergangenen Monaten die Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen gesucht. So ist der NQV Unteres Kleinbasel Mitglied in der Trägerschaft des Stadtteilsekretariats Kleinbasel und in der Konferenz der Quartiervereine geworden. Mit dem Verein Rheinpromenade und dem NQV Oberes Kleinbasel befindet er sich im regelmässigen und konstruktiven Austausch. Vernehmlassungs-anfragen von staatlichen Stellen erreichen den Verein mittlerweile zuverlässig.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Die politische Komponente der Vereinsarbeit bedingt eine Wahrnehmung unserer Aktivitäten, die den Kreis der Mitglieder übersteigt. Der Verein ist deshalb auf die Berichterstattung in den Medien angewiesen. Erfreulicherweise haben lokale und regionale Medien aus eigenem Antrieb und aufgrund von Medienmitteilungen über den Verein und seine Anliegen berichtet und auch einzelne Artikel aus der Feder von Vorstandsmitgliedern abgedruckt.

SM, 19. Mai 2021